Das Produkt

Mit dem Namen Tanebasami werden Scheren bezeichnet, die auf der Insel Tanegashima im Süden Japans hergestellt werden. «Basami» oder «Hasami» steht im Japanischen für Schere. Auf der zur Präfektur Kagoshima gehörenden Insel befindet sich das Tanegashima Space Center, der Sitz der japanischen Weltraumagentur. Zudem ist die Gegend sehr reich an Eisensand, aus dem die japanische Stahlsorte Tamahagane gewonnen wird. Diese wurde traditionellerweise zum Schmieden von Schwertklingen verwendet.

Bevor die Insel für erstklassige Scheren berühmt wurde, kam das Eisen für die Fabrikation von Gewehren zum Einsatz. Das so genannte Tanegashima-Gewehr wurde nach dem Modell westlicher Feuerwaffen aus Inselsand gewonnenem Eisen geschmiedet. Das Original stammt von einem Seeunglück: Ein chinesisches Schiff mit portugiesischer Besatzung war zuvor am Kap Kadokura im Süden der Insel aufgelaufen.

Dasselbe Spiel wiederholte sich, als Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten im Westen gebräuchlichen Gelenkscheren den Weg nach Tanegashima fanden. Die Schmiede imitierten das Schneidegerät mit einem zusätzlichen Twist. Sie drehten die Klingen leicht, damit sich diese beim Schneiden von selber schärfen. So begann vor rund 470 Jahren die bis heute andauernde Tradition der handgeschmiedeten Tanebasami-Scheren.

Obschon in den vergangenen Jahrzehnten unaufhörlich geschmiedet wurde, nahm die Zahl der fachkundigen Scherenschmiede kontinuierlich ab. Unter anderem wegen der zunehmenden Mechanisierung einzelner Arbeitsschritte. 2016 gab es gar nur noch zwei Handwerkermeister. Einer davon, Meister Markise, führte einen über 1000-jährigen Familienbetrieb in 37. Generation, bis er im Frühling 2016 verstarb. Er war der Einzige, welcher den gesamten Manufaktur-Prozess noch komplett von Hand ausführte. Mit einer Ausnahme.

Hier kommt der eingangs erwähnte Umeki ins Spiel. Der 1967 auf Tanegashima geborene Handwerker führt die Tanebasami-Tradition im Sinne seines verstorbenen Lehrmeisters Markise fort. Das dies einmal so kommen würde, glaubten beiden lange nicht. Als der Metallfachmann Umeki 2005 Markise aufsuchte und ihn bat, sein Handwerk erlernen zu dürfen, verneinte dieser. Er wollte keinen Schüler mehr und liess sich nicht erweichen. Umeki liess nicht locker. Er fing an den Schmied jeden Tag zu besuchen, beobachtete jeden Arbeitsschritt minuziös und prägte sich alles ein. Als er mit selbst geschmiedeten Versuchen zurückkam und sie Markise zur Bewertung vorlegte, war dieser beeindruckt. Schliesslich willigte er ein und der unnachgiebige Umeki wurde zu seinem letzten Auszubildenden.

Details

Aus nicht rostfreiem Stahl.

XL:
  • Gesamtlänge: 24 cm
  • Schnittlänge: 9 cm
Gross:
  • Gesamtlänge: 22 cm
  • Schnittlänge: 8 cm
Mittel:
  • Gesamtlänge: 19 cm
  • Schnittlänge: 7 cm
Klein:
  • Gesamtlänge: 12.7 cm
  • Schnittlänge: 4 cm

  • Hergestellt in Japan